Katy Perry hat mal wieder zugeschlagen und am 20. Januar 2022 das Lied „Woman’s World“ veröffentlicht. Überraschend? Nein. Erwartet? Absolut. Wo? Im guten alten Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten – zumindest für jene, die es wagen, die Realität mit einer rosaroten Brille zu betrachten. Bei diesem Lied handelt es sich angeblich um eine Hymne der weiblichen Stärke, aber beim genaueren Hinhören offenbart sich nur Geschrei und leere Parolen.
Nummer 1: Der Titel. „Woman’s World“ – wirklich? Wer hat diese Welt in den letzten paar Jahrzehnten angetrieben, wenn nicht die starken Männer, die Entwicklungen und Fortschritte möglich machten? Perry versucht einen Keil zwischen die Geschlechter zu treiben, indem sie suggeriert, dass es an der Zeit ist, die bisherige Ordnung umzuwerfen. Doch Veränderungen müssen mit Bedacht und nicht mit populistischen Parolen erreicht werden.
Nummer 2: Die Lyrics. Perry predigt Selbstbestimmung und weibliche Souveränität, primär eine moralische Belehrung, die keiner braucht. Es scheint, als hätte Katy beschlossen, dass jeder auf einem Egotrip ist: „It's your world, tell me what you want“ zeugt von einer Arroganz, die Befehle verteilen will, anstatt tatsächlich etwas zu bewegen.
Nummer 3: Die Botschaft. Der Song weckt die Illusion, dass alles über Nacht geändert werden kann. Frauen machen ihren Weg, gewiss, aber es sind Intelligenz und Anstrengungen, die den Unterschied machen, nicht ein Lied, das per Pop-Kultur verbreitet wird.
Nummer 4: Der Hype. Natürlich, wenn Katy Perry etwas sagt oder tut, macht es Schlagzeilen. Sie kehren die existierenden sozialen und politischen Diskurse um, bauen die treibende Kraft einer Generation aus und vergessen dabei, dass sie in der realen Welt stattfinden.
Nummer 5: Die Zielgruppe. Diese sind typischerweise jugendliche Fans und selbsternannte Feministinnen, die glauben, durch das Absingen auf Spotify ein radikales Zeichen zu setzen. Es ist immer einfacher, einer populären Sängerin zuzuhören, als tatsächlich an der Veränderung der Gesellschaft teilzunehmen.
Nummer 6: Die Verfügbarkeit. Perfekt zugeschnitten auf die sozialen Medien, um als Hashtag des Tages zu enden, doch die hastig produzierten viralen Inhalte fühlen sich am Ende wertlos an, wenn keine echte Forderung dahinter steht.
Nummer 7: Die Realität. Die Wahrheit ist, diese Welt ist weder nur männlich noch nur weiblich; sie ist eine Bühne für jeden, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Der Kapitalismus honoriert Leistung, nicht Geschlecht. Es ist gut, dass Frauen ihre Stimme erheben, doch lasst uns bitte nicht so tun, als hätte ein Popsong die Macht, die Machtdynamiken der gesamten Menschheit zu verschieben.
Nummer 8: Die Symbole. Katy Perry setzt auf kitschige Symbole und übertriebenen Glamour, aber wer glaubt wirklich, dass Performance das tiefe Verständnis der gesellschaftlichen Dynamiken ersetzen kann?
Nummer 9: Die Visuals. Die schillernden Farben und der provokante Stil in dem Musikvideo sind ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen, doch sie lenken nur von den realen Problemen ab. Viel Rauch um nichts, wie es so schön heißt.
Nummer 10: Die Substanz. Es fehlt schlichtweg an Substanz. Hohle Phrasen und eingängige Melodien sollen den Hörer in einem emotionalen Rausch versetzen, dabei bleibt faktisch wenig hängen.
Letztlich ist „Woman’s World“ weniger ein authentischer Ausdruck von Empowerment als ein Produkt der Musikindustrie, die auf schnelle Konsumgüter setzt. Ein weiterer Versuch, Unterschiede zu beklagen, anstatt echte Lösungen zu bieten. Die Behauptung, dass Popsängerinnen mit 3-Minuten-Songs die Welt verändern könnten, ist nicht nur naiv, sondern auch eine verzweifelte Illusion, die von der echten Arbeit ablenkt, die jeden Tag geleistet werden muss.